Gegen Reformstau im Bildungsbereich: „Kein Kind zurücklassen!“
harald.walser | 22. Mai, 15:08 | 0 Kommentare
Einige Zitate aus dem nationalen Bildungsbericht:
• Internationale Studien bringen „… keine Nachweise, dass sich eine frühe Selektion positiv auf das durchschnittliche Leistungsniveau auswirkt.“ (Wößmann 2008) NBB 2012, Band 1, S. 66
• „Aus Bildungspolitischer Sicht stellt sich die Frage, ob es sinnvoller wäre, Laufbahnentscheidungen für Schüler/innen und Eltern auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, anstatt die Lernenden früh in verschiedene Bildungs- und Berufsbahnen zu lenken.“ (Stefan Vogtenhuber, Lorenz Lassnig e.a., NBB 2012, Band 1, S. 62)
• In Österreich besteht „ein systematischer Zusammenhang zwischen Schulwegsentscheidungen und dem sozialen Hintergrund der Kinder“, das ist ein „Zeichen für soziale Bildungsungleichheit“. NBB 2012, Band 1, S.68
• Die Eltern der Kinder in der AHS-Unterstufe haben zu 70% zumindest Matura, in der HS/NMS sind es nur etwa 30 bis 35 %. „Beim Übergang von der Volksschule zur Sekundarstufe 1 sind die sozialen Ungleichheiten hinsichtlich des Besuchs der AHS-Unterstufe zu 70% durch die Wahlentscheidung erklärbar und nur zu 30% durch Leistungsunterschiede.“ (NBB 2012 Band 2, Kapitel 5, Tabelle 4)
Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
Die Regierung hat heute einen Ministerialentwurf zur „LehrerInnenbildung Neu“ vorgelegt. Ihr Vorbild dafür scheint Franz Grillparzer zu sein: „Das ist der Fluch von unserem edlen Haus (Österreich): auf halbem Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben.“
Es ist ein harter Vergleich, der auf dem Blog von Bernhard Torsch „Der Lindwurm“ da angestellt wird, aber er drängt sich auf: „
Der Saal auf der Universität Wien war diese Woche voll – man lauschte den Ausführungen von Ulrich Steffens über die jetzt auch auf Deutsch vorliegende Studie von John Hattie („Visible Learning“ oder „Lernen sichtbar machen“). Thema war – um nur ein Detail herauszuheben – die politisch motivierten Fehlinterpretationen der Studie:
Wie geht es weiter mit Europa? Werden im kommenden Wahlkampf die Rechtspopulisten das Sagen haben, werden Slogans wie „Raus aus Europa“ und „Wiedereinführung des Schilling“ dominieren?
Seit ich im Parlament bin, hat mich das Thema Austrofaschismus schon mehrfach beschäftigt (siehe etwa
Reden im Parlament