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17. Juni 2011

ÖVP übernimmt FPÖ-Geschichtsbild!

Gestern ging es im Parlament sehr turbulent zu. Anlass war eine Rede von mir, die heute eigentlich nur noch deklarierte Revanchisten hätte aufregen dürfen. Leider reicht das schräge Geschichtsbild der FPÖ aber tief in die Reihen der ÖVP. Hier die Rede im Original:



Von einer Partei, mit der sogar die Rechtsparteien im EU-Parlament nichts zu tun haben wollen und die nicht in der Lage ist, für eine Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers zu stimmen, kann man kaum erwarten, eine differenzierte historische Auseinandersetzung zu führen. Die hysterischen Reaktionen der FPÖ (und ihres kleinen Bruders) samt wütenden Presseaussendungen und Rücktrittsaufforderungen sprechen für sich. Das wirklich dramatische Problem ist die Geisteshaltung, die durch Zwischenrufe auch von Seiten der ÖVP deutlich geworden ist und sich kaum von jener der Freiheitlichen unterscheidet.
Ich habe in meinem Redebeitrag auf die Verbrechen im kommunistischen Jugoslawien verwiesen (siehe etwa Der Verbrecher, mein Nächster), aber auch darauf hingewiesen, dass in Titos Armee während des Zweiten Weltkriegs „fünf Bataillone … ganz bewusst für ein unabhängiges, freies Österreich gekämpft (haben)“. Dass diese historischen Tatsachen nun auch von der ÖVP in Zweifel gezogen werden, ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung. Wenn sich der stellvertretende ÖVP-Klubobmann Werner Amon als Einpeitscher in seiner Fraktion betätigt und historische Fakten schlicht negiert, lässt das tief blicken. Das wäre für die einst staatstragende ÖVP lange Zeit eine inakzeptable Sicht gewesen. Man muss sie auch daran erinnern, dass dass der Kampf der Partisanen der einzig wesentliche militärische Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung im Zweiten Weltkrieg war und eine Voraussetzung für den Staatsvertrag und somit die Unabhängigkeit Österreichs darstellte.
Ich fordere ÖVP-Obmann Michael Spindelegger auf, umgehend revanchistische Tendenzen in seiner Partei zu verurteilen und klarzustellen, wie das offizielle Geschichtsbild der ÖVP in diesem Zusammenhang ausschaut.

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Kommentare
Mathias (Gast) - 17. Jun, 15:57

Titos Partisanen

Ein bisschen verwirrt bin ich schon. Ich habs da schon mit Ihnen, dass man Marcos, Nasarbajew und Co. als nicht gerade "auszeichnungswürdige" Personen betrachten sollte. Aber im selben Atemzug zumindest anzudeuten, dass die Verbrechen der Tito-Partisanen nach Mai 1945 in Südkärnten "okay" wären, halte ich schon für ein bisschen....gefährlich.
Das Kriegsende entscheidet immer über Kriegsgewinner und Kriegsverbrecher, das hat die Geschichte gelehrt - dennoch bin ich mir nicht ganz sicher was der Zweck Ihrer Aussage war.
Rechtfertigung der Morde an Kärntner Zivilbevölkerung seitens der Partisanen wohl eher nicht?!

harald.walser - 17. Jun, 16:38

also eindeutiger kann man es doch nicht sagen

irgendwie sind die rechten entweder pisageschädigt oder ignorant oder taub oder gar alles zusammen die verurteilung der verbrechen ist doch eindeutig zu hören!
Sebastian (Gast) - 24. Jun, 23:36

Marschall Tito

S.g. Herr Walser,

dann würd ich ja umgehend vorschlagen, dass Sie den Herrn Marschall direkt zum Ehrenbürger der Stadt Klagenfurt ernennen lassen!!!

Anschließend begeben Sie sich dann umgehend zum Gotscheer Hornwald und zum Barbara Stollen und spucken dort auf die Massengräber mit hunderten österreichischen Toten die von der "rot-weiß-roten" jugoslawischen Volksbefreiungsarmee verursacht wurden.

Dann sollten Sie den neuen Platz in Klagenfurt in "Marschall-Tito-Platz" umbennen, denn dort standen seine Truppen als sie nach dem 2.WK Kärnten an Jugoslawien anschließen wollten.

Damit haben Sie den sog. "Beitrag" von Herrn Tito zur österreichischen Unabhängigkeit dann wohl genug geehrt.

Verbrecher und Massenmörder, egal ob links oder rechts sollten in keinster Weise geehrt werden.

Trotzdem: Danke für Ihre Unterweisung in grüner Geschichtsdeutung, Sie können sich mit Ihrer "objektiven Geschichtsdeutung" auf jeden Fall als Historiker bezeichnen.

M.f.G.,
ein Geschichtestudend aus Klagenfurt

harald.walser - 25. Jun, 12:39

Sie studieren wohl schon sehr lange, ...

leider aber nur einschlägige Quellen. Warum ist es nicht möglich, eine Persönlichkeit wie Tito differenziert zu betrachtenß Etwa seine Verantwortung für Verbrechen UND seine Rolle im Kampf gegen Hitler. Letzteres war immerhin Anlass für die Verleihung des höchsten österreichischen Ordens.
Jakob Kimbink (Gast) - 26. Jun, 17:56

Ich möchte nur mal am Rande festmachen, dass diese 5 Bataillione wohl mehr aus innerer Überzeugung gehandelt haben, als aus Motivation durch Tito.

Außerdem machen m.E. die Verbrechen, welche Tito-Partisanen an Slowenen, Deutschen, Italienern usw. sowie des Tito-Regimes an seien Kritikern später, sämtliche gute Taten zu nichte.
Den Teufel mit dem Belzebub austreiben nennt man sowas wohl. Tito ist m.E. ein Kriegsverbrecher und auch ein Verbrecher gg. die Menschlickeit.

Ehrenbürgerschaften, hat er genausowenig verdient, wie ein Adolf Hitler, Stalin oder Mao Tsetung. Wer so erbarmugslos mit Gegnern, anderen Ethnien verfährt verdient kein Lob. Klar war Tito kein Verbrecher der Klasse "Hitler-Stalin" (ja ichs etze beide gleich, damit sollen Hitlers verbrechen aber nicht geschmälert werden), aber man könnte ihn durchasu mit Milosevic/Mladic vergleichen.

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