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31. Januar 2013

„Bahnausbau - keine Region zurücklassen!“

RailjetDas Streckennetz zwischen Innsbruck und Vorarlberg hat sich seit den Tagen Kaiser Franz Josephs nicht wesentlich verbessert.
In Sachen Bahnausbau gibt es in Österreich eis Sicht des Tiroler Oberlands und Vorarlbergs ein Missverhältnis – einerseits milliardenschwere Tunnelprojekte und sundteurer Ausbau einzelner „Rennstrecken“, andererseits unterbleiben längst notwendige dringende Verbesserungen zwischen Tirol und Vorarlberg sowie anderer Nadelöhre insbesondere der Strecke Salzburg-Kufstein.
Vorarlberg hat in den letzten Jahren die Weichen gestellt. Johannes Rauch und die Grünen konnten im Budget für das heurige Jahr das Wiener Erfolgsmodell des „365-Euro-Tickets“ in den Westen importieren.
Mit dem nächsten Fahrplanwechsel kann man dann um einen Euro pro Tag mit Bus und Bahn durch das ganze Land fahren –das beste Angebot außerhalb von Wien!
Die Fernverkehrsverbindungen können da leider nicht mithalten. Letztes Jahr nahmen die ÖBB zwei Milliardenprojekte in Betrieb (neue Strecke Wien-St. Pölten mit Wienerwaldtunnel und die neue Unterinntaltrasse).
Das von Verkehrsministerin und Bahnmanagement dazu angekündigte „neue Bahnzeitalter“ gilt allerdings ganz sicher nicht für den Westen Österreichs. Während Wien-Salzburg inzwischen tatsächlich deutlich schneller und somit konkurrenzfähig gegenüber dem Auto ist, gleicht die Westbahn zwischen Innsbruck und Bludenz gemessen an der sonstigen Entwicklung eher einer Langsamfahrstrecke und besteht weitgehend aus einer eingleisigen Trasse aus Zeit Kaiser Franz Josephs.
Die Höchstgeschwindigkeit zwischen Bludenz und Ötztal beträgt auch beim viel gepriesenen „Railjet“ meist nur 70-80 km/h, teileise sogar darunter.
Es gibt zudem bei vielen Langstrecken-Fahrgästen des Railjet Unmut, weil dieser laut ÖBB eine „schnelle Verbindung zwischen den Landeshauptstädten“ sein soll und in Tirol schon derzeit bis zu fünf (!) nicht zuletzt energiefressenden Halte vornehmen muss. Eine „Premium-Schnellverbindung“?
Verbesserungen sind nicht in Sicht. Die im „Zielnetz 2025+“ ausformulierten Pläne des Verkehrsministeriums sehen in den nächsten Jahren Investitionen von rund 50 Milliarden Euro vor, auf eine Verbesserung der Strecke zwischen Innsbruck und Vorarlberg hofft man vergeblich.
Geld ist vorhanden: Die jüngst präsentierten Pläne sieht allein zum Ausbau der 20 Kilometer langen Strecke zwischen Neumarkt am Wallersee und Salzburg sieht ein Investitionsvolumen von 1,65 Milliarden Euro vor. Warum das so viel kostet? Es gibt keine existierende Raumordnung und daher soll wegen der fast lückenlosen Zersiedlung ein 16 km im Tunnel geführt werden.
Ob die untätigen Bürgermeister und die untätig zusehende Raumordnungs-Aufsichtsbehörde im Land finanziell etwas zu diesesen exorbitanten Kosten beitragen werden?
Jedenfalls kann man das Argument, es wäre für Streckenverbesserungen im Tiroler Oberland und im Walgau kein Geld da, nicht ernst nehmen!
In Abwandlung meines Mottos für die „Grüne Schule“ gilt hier: „Bahnausbau - keine Region zurücklassen!“

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Kommentare
Hubert Hämmerle (Gast) - 1. Nov, 21:46

Fahrplan 2014 - Änderungsvorschlag

Da kommt er also, der 2014er Fahrplan, und bringt doch ganz erstaunliches mit sich:

Wien - Tirol wird schneller und öfter (Stundentakt Wien - Innsbruck) gefahren
Wien - Vorarlberg dagegen wird langsamer (!) gefahren

Wie passt dass zusammen?
Die "alten" ÖIC Schnellzüge werden so gut wie alle durch Railjet-Garnituren ersetzt,
gleichzeitig werden künftig alle (!) Relationen Wien - Tirol (und weiter Vbg / De / Ch) halt in den zuvor vom Railjet ignorierten Bahnhöfen machen, womit sich letzendlich die Fahrzeit um gut 10 Minuten verlängert.

Andererseits versuchen die ÖBB - wie alle Anbieter im Öffentlichen Personenverkehr - ihre Verkehrsmittel möglichst gut (d.h. auch möglichst gut verteilt über den ganzen Tag) auszufüllen und bieten dementsprechend "Spartickets" an.

Ich darf - mit rund 500.000 ÖBB km Bahnerfahrung - dazu folgenden wohlgemeinten Vorschlag an die Verkehrspolitik auf beiden seiten des Arlbergs machen:

+ Langstreckenfahrer (mehr als 300 km) sind NICHT primär an Ermäßigungen im Ausmass von 5 bis 15 Euro interessiert, sondern vielmehr an schnellen Verbindungen (weil man nach mehr als 4 Stunden Fahrzeit eigentlich nur noch eines will: raus aus dem Zug)
+ Viele Langstreckenfahrer sind bezüglich der Abfahrts- / Ankunftszeiten flexibel
daraus leitet sich folgender Vorschlag ab:
Jene Züge, die weniger gut frequentiert sind, sollten als "Bundesländer-Express" geführt werden, d.h. in jedem Bundesland max. einen Aufenthalt.
Beispiel:
Wien - St. Pölten - Linz - Salzburg - Innsbruck - Feldkirch - Zürich
bzw.
Wien - St. Pölten - Linz - Salzburg - Innsbruck - Bregenz - Lindau

Der Zeitgewinn für jeden "Nicht-Halt" beträgt rund 5 Minuten (2-3 minuten eigentlicher Halt + jeweils 1 Minute für das Runterbremsen bzw. Beschleunigen).
Wien - Feldkirch wäre somit in ca. 6 Stunden möglich.

Testweise könnte ja der Sommerfahrplan 2014 für ein odder zwei Verbindungen auf die Akzeptanz durch die Fahrgäste getestet werden, den nur das "Experiment" ist in der Lage,
die Theorie zu beweisen.

Beim aktuellen 2014er Fahrplan werde ich voraussichtlich Wien - Innsbruck (oder Salzburg) fahren, eine Fahrtunterbrechung (2 Stunden - gut essen gehen) einlegen und dann nach Feldkirch "weiterbummeln".

Wäre schön, wenn die Planer hier einmal etwas Mut beweisen würden.
Ich denke, dass die Fahrgäste auch bereit wären, einen "Expresszug-Aufschlag" in der Höhe von 1,- bis 2,- Euro je 100 km zu bezahlen.

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