Ausstellung über Wehrmachtsdeserteure in Wien
Morgen wird - am 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs - die Ausstellung „Was damals Recht war... - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ eröffnet. Sie ist bis zum 15. Oktober im Nestroyhof in Wien zu sehen. Ich habe auf diesem Blog schon mehrfach zu diesem Thema Stellung bezogen. Erstmals vor einem Jahr zum Tod meines damals verstorbenen Freundes August Weiß: „Widerstandskämpfer und Humanist“.Interessant scheint mir heute ein Kommentar des konservativen ehemaligen ÖVP-Klubobmannes Andreas Khol in der „Presse“: „Unrecht im Gewand des Rechts“. Es ist bemerkenswert, mit welcher Schärfe Khol das Thema analysiert. Vor allem ist erfreulich, dass dies ohne die in seinen Kreisen normalerweise üblichen Polemik möglich ist. Wenn man vom Schluss absieht, kann ich Khol nur zustimmen. Wegen des damaligen Unrechts allerdings heute gleich einen „Gottesbezug“ in die europäische und österreichische Verfassung schreiben zu wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar: Gerade mit religiösen Argumenten wurde und wird nämlich in Vergangenheit und Gegenwart viel Unrecht gesprochen!
Im profil werden in der Titelgeschichte „Die wahren Kriegshelden: Wie prominente Österreicher dem NS-Terror widersetzten“ Einzelschicksale aufgearbeitet - von Fritz Muliar bis zum Vater von Kardinal Schönborn. Dieser hat übrgens den Ehrenschutz für die Ausstellung über Wehrmachtsdeserteure übernommen: „Weil meine Familiengeschichte damit zu tun hat, die ,richtige Seite‘ zu wählen, trotz aller Probleme und Fragen.“ Respekt!
harald.walser - 31. Aug, 09:49
!
Außerdem: Khol "analysiert" in seinem Artikel nicht, sondern was er macht ist weltfremdes "Gutmensch"geschreibsel, das niemand ernst nehmen kann, der sich seriös, wissenschaftlich und unvoreingenommen mit dem Thema "desertieren" auseinandersetzt. Wer nimmt den besonnenhuteten VP-Pensionistenobmann in seinem Hietzinger Villengarten, der mit 10.000 Euro Pension einen auf pseudo-"links" macht, eigentlich wirklich noch ernst? ICH jedenfalls nicht, denn es war und ist (objektiv) richtig: Ob ein Krieg gerecht ist oder nicht, ob er ein Angriffs- oder ein Verteidigungskrieg ist, ob in ihm Kriegsverbrechen geschehen oder nicht (siehe auch diverse Kriege seit 1945 und derzeit z.B. den Krieg in Afghanistan) - desertieren war und ist in JEDER Armee der Welt ein Straftatbestand und Deserteure sind somit Straftäter - im beschaulichen Bundesheer des Jahres 2009 z.B. wird Desertieren mit bis zu 5 Jahren Haft geahndet!
Deserteure der Wehrmacht zu "Helden" umzuschreiben, die "im Recht" waren mag zwar vermeintlich gut in die Zeit passen, ist aber unredlich und "nicht von dieser Welt".
Über die Härte der Strafen für Wehrmachts-Deserteure (und somit auch über die NS-Justiz) und darüber, ob jeder zurecht als Deserteur angeklagt wurde, der sich dem Soldatendasein entzog, zu diskutieren und sich damit sehr kritisch auseinanderzusetzen ist hingegen absolut legitim und wichtig! Ich hoffe, die Ausstellung wird wissenschaftlichen Kriterien gerecht und ist somit ganz weit weg von den Walsers und Khols dieser Welt!!
Eigentlich pervers
Unglaublich! Passt aber auch irgendwie in unsere Zeit.
Abregen! (ein Rufezeichen)
* für mich sei es einerlei ob man in der Wehrmacht oder im österr. Bundesheer desertiert
Fazit: Sie spucken hier große Töne und disqualifízieren sich letztlich doch nur selbst!! (zwei Rufezeichen)
Wenn schon, dann bitte wirklich korrekt