Religionsunterricht ohne Kontrolle?
„Wer die Menschenrechte ablehnt, hat an einer Schule nichts verloren!“ Unter dieser Überschrift habe ich heute mehr staatliche Kontrolle über den Religionsunterricht gefordert - und schon heftige Reaktionen erhalten. Nein, es geht nicht um einen Kampf gegen Religionen - es geht um das Primat des Staates in seinen Bildungseinrichtungen.
Ich fordere eine generelle Diskussion über die Inhalte des konfessionellen Religionsunterrichts und die dienstrechtliche Stellung der Lehrpersonen. Eines muss jedenfalls klar sein: Wer die Menschenrechte ablehnt oder die Todesstrafe für abtrünnige Muslime befürwortet, hat an einer österreichischen Schule nichts verloren!
Die bestürzenden Ergebnisse der Untersuchung des Religionssoziologen Mouhanad Khorchide von der Universität Wien in Bezug auf das Demokratieverständnis islamischer ReligionslehrerInnen müssen Konsequenzen nach sich ziehen. Es darf nicht sein, dass der Staat an Österreichs Schulen keine Kontrolle und keinen Einfluss darauf hat, was im Religionsunterricht der anerkannten Konfessionen unterrichtet wird. Eine demokratiefeindliche Grundhaltung ist mit einer pädagogischen Tätigkeit an einer öffentlichen Schule nicht vereinbar!
Die derzeitigen Regelungen zum Religionsunterricht an Schulen gehen auf die Zeit des Austrofaschismuszurück (Artikel VI des Konkordates vom 5. Juni 1933).
In einem Zusatzvertrag 8.3.1971 heißt es in § 3 (2): "Als Religionslehrer dürfen nur solche Personen angestellt werden, die von der Kirchenbehörde als hiezu befähigt erklärt und vorgeschlagen sind." Sollte diese Aufgabe nicht der übernehmen, der die LehrerInnen auch bezahlt - also der Staat?
Derzeit gibt es in Österreich 390 muslimische ReligionslehrerInnen, 60% von ihnen unterrichten seit den 80er Jahren, 40% haben überhaupt keine Ausbildung. Deshalb wurden ReligionslehrerInnen mit oft zweifelhaften Grundhaltungen (so Ednan Aslan, Professor für Reliogionspädagogik in Wien) „importiert“. Sie unterrichten nach einem Lehrplan aus dem Jahr 1982, in dem unter anderem die islamische Gesetzgebung und der Islamische Staat gefordert werden.
Um es ebenfalls deutlich zu sagen: Es geht nicht gegen den islamischen Religionsunterricht. Ich hätte ebenso wenig Verständnis für eineN ReligionslehrerIn, der oder die Thesen der Pius-Bruderschaft vertritt.
Übrigens fordert auch Richard Potz, Professor für Religionsrecht an der Uni Wien, einen rechtlichen Mechanismus, der dem Ministerium die Möglichkeit gibt, einzelne problematische LehrerInnen zu sanktionieren. Derzeit liegt vieles im Argen: Bei der Ausbildung der Religionslehrer schreibt das Gesetz zwar Standards vor, doch das wurde nicht immer respektiert.
Ich fordere eine generelle Diskussion über die Inhalte des konfessionellen Religionsunterrichts und die dienstrechtliche Stellung der Lehrpersonen. Eines muss jedenfalls klar sein: Wer die Menschenrechte ablehnt oder die Todesstrafe für abtrünnige Muslime befürwortet, hat an einer österreichischen Schule nichts verloren!
Die bestürzenden Ergebnisse der Untersuchung des Religionssoziologen Mouhanad Khorchide von der Universität Wien in Bezug auf das Demokratieverständnis islamischer ReligionslehrerInnen müssen Konsequenzen nach sich ziehen. Es darf nicht sein, dass der Staat an Österreichs Schulen keine Kontrolle und keinen Einfluss darauf hat, was im Religionsunterricht der anerkannten Konfessionen unterrichtet wird. Eine demokratiefeindliche Grundhaltung ist mit einer pädagogischen Tätigkeit an einer öffentlichen Schule nicht vereinbar!
Die derzeitigen Regelungen zum Religionsunterricht an Schulen gehen auf die Zeit des Austrofaschismuszurück (Artikel VI des Konkordates vom 5. Juni 1933).
In einem Zusatzvertrag 8.3.1971 heißt es in § 3 (2): "Als Religionslehrer dürfen nur solche Personen angestellt werden, die von der Kirchenbehörde als hiezu befähigt erklärt und vorgeschlagen sind." Sollte diese Aufgabe nicht der übernehmen, der die LehrerInnen auch bezahlt - also der Staat?
Derzeit gibt es in Österreich 390 muslimische ReligionslehrerInnen, 60% von ihnen unterrichten seit den 80er Jahren, 40% haben überhaupt keine Ausbildung. Deshalb wurden ReligionslehrerInnen mit oft zweifelhaften Grundhaltungen (so Ednan Aslan, Professor für Reliogionspädagogik in Wien) „importiert“. Sie unterrichten nach einem Lehrplan aus dem Jahr 1982, in dem unter anderem die islamische Gesetzgebung und der Islamische Staat gefordert werden.
Um es ebenfalls deutlich zu sagen: Es geht nicht gegen den islamischen Religionsunterricht. Ich hätte ebenso wenig Verständnis für eineN ReligionslehrerIn, der oder die Thesen der Pius-Bruderschaft vertritt.
Übrigens fordert auch Richard Potz, Professor für Religionsrecht an der Uni Wien, einen rechtlichen Mechanismus, der dem Ministerium die Möglichkeit gibt, einzelne problematische LehrerInnen zu sanktionieren. Derzeit liegt vieles im Argen: Bei der Ausbildung der Religionslehrer schreibt das Gesetz zwar Standards vor, doch das wurde nicht immer respektiert.
harald.walser - 29. Jan, 16:47
Ich stimme Ihnen zu. Aber....
Gibt es für die Grünen Menschen die gleicher sind als andere, ist es die Angst, nicht 100% politisch korrekt zu sein oder muss man einfach jede FPBZÖ-Position prinzipiell invertieren, obs sinnvoll ist oder nicht? Jedenfalls mussten Sie explizit darauf hinweisen, dass es nicht um den islamischen Religionsunterricht an sich geht, was ja eigentlich selbstverständlich ist.
Die Integration ist erst dann erfolgt, wenn man keine Sonderregelungen für Kritik braucht und die andere Seite sie auch erträgt. So tragen die Grünen jedenfalls nicht viel dazu.
Was denn jetzt?
Geh auf einen Schulhof und befrag die Kinder
http://maerkzettel.blogspot.com/2009/01/jugend-ohne-gott.html
Ich halte im Übrigen nichts von staatlicher Aufsicht über den Religionsunterricht. Das gehört nämlich ebenso zur Trennung von Staat und Kirche. Das ist keine Einbahnstraße. Und wenn sich die Gesellschaft der paar islamiser wie christlicher Fundamentalisten wegen zweier freiwilliger! Religionsstunden nicht mehr erwehrt, dann soll sich die Politik fragen, was sie falsch macht! Aber das ist wahrscheinlich zuviel verlangt.
Wir haben wir jetzt auch ganz andere Probleme als dieses populistische Ablenkungsmanöver, dem sich offfenbar auch die Grünen nicht entziehen können. Haben sie sonst keine Inhalte? Damit haben sie wieder einmal BZFPÖ brav zugearbeitet. Gratulation!
Wo Heinz Starchl recht hat...
"Ich halte im Übrigen nichts von staatlicher Aufsicht über den Religionsunterricht. Das gehört nämlich ebenso zur Trennung von Staat und Kirche. Das ist keine Einbahnstraße."
Aber solange der Staat zahlt, sollte er wenigstens kontrollieren. Ich bezweifle allerdings, dass das überhaupt möglich ist.
Wie weit hier einige Leute mit ihren Beschwichtigungen gehen, ist aber schon erstaunlich. Hier gibt es Lehrer im staatlichen Sold, die sich ausdrücklich für die Todesstrafe von Abtrünnigen und gegen die Demokratie aussprechen! Das ist alarmierend! Das darf nicht sein! Da ist Feuer am Dach!
Herr Starchl, es ist genau ihre Art der Reaktion, die BZFPÖ seit etwa 20 Jahren zuarbeitet.
...oder auch nicht
Das ist so nicht haltbar. Richtig wäre: "Das gehört nämlich BISHER NACH ÖSTERREICHISCHEM VERSTÄNDNIS zur Trennung von Staat und Kirche." Zwingend ist dieses Verständnis das nicht.
Zur positiven Religionsfreiheit gehört zwar, dass die Religion frei (binnen rechtsstaatlicher Grenzen) ausgeübt werden darf und der Staat sich einer Einflussnahme auf Glaubensinhalte enthält. Das muss allerdings nicht heißen, dass er es dulden (bzw. sogar unterstützen) muss, dass die Religion in seinen Gebäuden ausgeübt wird. Richtig ist zwar, dass er in das Grundrecht nur so wenig wie möglich eingfreifen darf. Das bedeutet aber nicht, dass er die Ausübung auch noch fördern muss.
Tatsächlich schwierig wird es, wenn er Religionsunterricht bestimmter Glaubensrichtungen zulässt. Denn dann hat er wirklich nur noch sehr beschränkte Möglichkeiten einzugreifen. Der Staat ist sicher nicht berufen, eine Auslegung des NT, der Tora oder des Koran vorzugeben. Daher muss den Religionsgemeinschaften hier größtmögliche Freiheit zugestanden werden. Aber auch dies findet seine Grenzen in der freiheitlich demokratischen Grundausrichtung der Republik Österreich. Denn die Anerkennung als Religionsgemeinschaft impliziert umgekehrt eine grundsätzliche Unterwerfung der Religionsgemeinschaft unter die weltliche Rechtsordnung. Ein Eingriff in die Religionsausübung (und den Religionsunterricht) muss damit immer dann möglich sein, wenn die Rahmenbedingungen der staatlichen Ordnung verlassen werden, das bedingt natürlich eine (zurückhaltende) Aufsicht des Staates über den Religionsunterricht. Das friedliche, freiheitliche und demokratische Zusammenleben darf auch im Rahmen der Grundrechtsausübung nicht gefährdet werden. Daher kann es beispielsweise nicht toleriert werden, wenn ein katholischer Priester in einer staatlichen Schule gegen Homosexuelle wettert.
Entsetzliche linke Scheuklappenmentalität tritt hier zutage! Ist denn hier überhaupt niemand mehr bei klarem Verstand?
Scheuklappenmentalität?
Wahrscheinlicher ist aber nicht nur, dass Sie so wenig eine Demokratin oder Feministin sind, wie sie sich in irgendeiner Religion auch nur ansatzweise auskennen. Sie tragen diese Bekenntnisse doch allesamt auf Ihrem Bauchgürtel daher, wie seinerzeit "Für Gott, …"
Nur noch peinlich, was Sie hier abliefern Herr Starchl!
In Ihren Augen sind also alle IslamkritikerInnen Rechtspopulisten und Religionsfeinde - welch ein undifferenzierter Unsinn!!
Ich habe außerdem geschrieben, es gehört ALLEN Konfessionen in Bezug auf den Schulunterricht "auf die Finger geschaut" - auch das nehmen Sie mir Ihrer bornierten Scheuklappenmentalität nicht zur Kenntnis!
Im übrigen trage ich meine Bekenntnisse FÜR Frauen-/Menschenrechte und FÜR unsere demokratische Verfassung (ohne Relativierungen und Ausnahmen) sehr gerne "auf meinem Bauchgürtel"!!
Jetzt haben Sie es doch tatsächlich geschaft,
Heinz Starchl außer Rand und Band!
Um aber doch kurz auf Ihren Schmarren einzugehen, den Sie hier posten: Sie haben leider keine Argumente (zumindest was ich unter Argumenten verstehe) vorgebracht, sondern nur Ihre niederträchtigen Vorurteile gepflegt (so wie auch wieder in Ihrem letzten Posting) und meine Stellungnahmen nicht (richtig) gelesen/verstanden ...! Wie soll man auf diesem Niveau diskutieren?
p.s.: Es kommt in den Schulen nicht auf die wortwörtlichen Texte in der Bibel, im Koran, etc. an, sondern WAS (daraus) gelehrt bzw. WIE "problematische" Zitate von den Lehrenden interpretiert werden - es bleibt für DemokratInnen richtig, dass sich kein an Schulen gelehrter religiöser Inhalt (egal welcher Konfession, das schrieb ich von Anfang an, Sie haben auch das nicht zur Kenntnis genommen!) über unsere Verfassung stellen darf! Das können Sie von mir aus in Frage stellen, Sie befinden sich dann nur außerhalb des berühmten Kohl`schen Verfassungsbogens und entlarven sich als "Sonntagsdemokrat"!
Der Kohl vom Kohl'schen Verfassungsbogen!
PS: Wieso verkleiden Sie sich hier als Feministin? Weil Ihr Mann in Ihrem Namen postet?