Chapeau, Herr Fleischhacker!
"Presse"-Herausgeber und Chefredakteur Michael Fleischhacker hat in einem Kommentar am Samstag („Erhaltung des Drecks“) so ziemlich alles gesagt, was nicht gesagt werden kann: Wer hat die „wirklichen Neonazis in der FPÖ“ groß gemacht? Erraten, die Linken! In dieser verwegenen Tonart geht es weiter. Die politische Prinzipienlosigkeit und das Machtkalkül eines Wolfgang Schüssel? Keine Rede! Die weltanschaulich torkelnde SPÖ? Nix da: die Grünen waren es! Oder genauer: Schuld sind FPÖ und Grüne zu gleichen Teilen. Fleischhacker im Originalton: „FPÖ und Grüne haben ein ziemlich effizientes System für den Fortbestand des Faschismus entwickelt.“ Unser Antifaschismus wird von ihm zu einer Art Marketingstartegie verniedlicht.
Ich war zornig, als ich diesen Unsinn gelesen habe - und ich habe unter dem Titel „Affektierter Antifaschismus oder politische Hygiene?“ eine scharfe Replik verfasst, in der ich auch den Chefredakteur persönlich, aber inhaltlich angegriffen habe. Und der Herr Chefredakteur zeigt Größe: Er lässt nicht nur die Fetzen fliegen, wenn er in die Tasten greift - er lässt auch andere engagiert in die Tasten greifen, sich selbst angreifen und diese Position umgehend in seinem Blatt veröffentlichen: Chapeau, Herr Fleischhacker!
Ich war zornig, als ich diesen Unsinn gelesen habe - und ich habe unter dem Titel „Affektierter Antifaschismus oder politische Hygiene?“ eine scharfe Replik verfasst, in der ich auch den Chefredakteur persönlich, aber inhaltlich angegriffen habe. Und der Herr Chefredakteur zeigt Größe: Er lässt nicht nur die Fetzen fliegen, wenn er in die Tasten greift - er lässt auch andere engagiert in die Tasten greifen, sich selbst angreifen und diese Position umgehend in seinem Blatt veröffentlichen: Chapeau, Herr Fleischhacker!
harald.walser - 13. Jan, 08:43
Erhaltung der Macht
In Kärnten versucht die SPÖ sowohl mit dem BZÖ als auch mit der FPÖ wieder an die Macht zu kommen.
Indes nützen die Grünen jede sich bietende Gelegenheit, um zusammen mit ihren ungeliebten Oppositionsgenossen FPÖ und BZÖ die Regierung zu attackieren, wo es nur geht.
Fleischhacker ist in seiner Aussage überzeugend. Er beschreibt in unbestechlicher Manier, wie sehr sie sich gegenseitig in Österreich bedingen, die Linken und die Rechten.
Walser überzeugt nicht. Dafür präsentiert er einen Schuldigen: Wolfgang Schüssel, welcher von den Grünen wohl über seinen Tod hinaus am Leben gehalten wird.