dieter (Gast) - 2. Dez, 13:59

Dieses Posting ist aber hoffentlich noch nicht der Auftakt für verständliche Kommunikation mit 16-jährigen Hauptschülern. ;-)

1. Die Grünen werden häufig von SPÖ- und ÖVP-Wählern für die Migrationspolitik verantwortlich gemacht. Wenn das Ausländerthema aufkommt, dann wird über die Grünen geschimpft. Dabei waren die Grünen nie in der Regierung, so sehr sie auch in eine Koalition wollten.

Das ist an sich schon großes Image-Problem. Aber nun scheint ihr euch diese falsche Zuschreibung von Verantwortung auch noch selbst umzuhängen. Die Erklärungen der erneuerten/geläuterten Grünenpolitiker, aber auch des späten Van der Bellen, klingen so, wie man sie aus dem Munde eines Franz Vranitzky erwarten würde.

Das fällt mir auch beim EU-Thema auf. Die Grünen wollten gar nicht in die EU. Jetzt tun sie so, als hätten sie die EU erfunden und sich für ihre Handlungen zu verantworten.

Macht euch doch auch mal klein und beteuert, dass ihr eine Kleinpartei seid, auf die sowieso meistens keiner hört. ;-)

2. Wenn, dann muss man die Fragen beantworten, die die Leute tatsächlich beantwortet haben wollen und nicht die Lösungen zu vorgeschobenen "Problemen mit MigrantInnen", ob real oder immaginär. (Siehe Anhang)

Die Fragen, die es zu beantworten gilt und deren Antworten leicht vermittelbar wären, sind:

2.1 Wieviel Einwanderung stellen sich die Grünen konkret vor? (Zahlen!!!)
2.2 Woher sollen die Einwanderer kommen?
2.3 Welche Berufsgruppen sind gemeint? (VdB nannte Schweisser, Stoisitz Fließenleger)
2.4 usw.

Und dann können Jungwähler oder andere entscheiden, ob ihnen das zusagt. Mit dem erzielbaren Wähleranteil muss man sich dann zufrieden geben.

Anhang: Teil eines meiner Kommentare auf CCs Blog.
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Seien wir uns doch ehrlich. In der Ausländerfrage ist das eine Extrem eher xenophil eingestellt und steht zumindestens optisch und kulinarisch auf ethnische und kulturelle Vielfalt. Bestes Beispiel war Christoph Chorherrs Blogposting zur EM, als er in Ottakring Kroaten- und Türken fotografierte.
Das andere extrem sind Xenophobe. Die können Ausländer grundsätzlich nicht leiden, fühlen sich unwohl oder unsicher und ziehen nicht selten in den Speckgürtel.
Und dann gibt es eine Mitte, zu der ich mich zähle. Ich fürchte mich weder vor Zuwanderern, noch geh ich sie fotografieren.

Da die zwei genannten Gruppen an den Extremen ihre Bauchgefühle nicht offen aussprechen wollen, versuchen sie ihre Präferenzen mit vernünftig klingenden Argumenten zu begründen.

So kommt es, dass die gleichen Grünen, die marktwirtschaftliche Überlegungen höchst skeptisch betrachten, gegen ständiges Wachstum und dergleichen auftreten plötzlich die Wünsche der Industriellenvereinigung unhinterfragt unterschreiben. Mit der Demographie könnte man genauso für Gebärprämien eintreten. Das finden die Grünen aber nicht so toll.

Auf der anderen Seite kommen FPÖ+BZÖ mit Zahlen und Statistiken, tw. erfunden, tw. korrekt. Sie sorgen sich angeblich um den Spracherwerb und Frauenrechte unter Immigranten.

Nun wollen die Grünen offenbar die aufgezeigten Probleme lösen, um die Rechten umzustimmen. Das halte ich für ein aussichtsloses Unterfangen. Glaubt irgendjemand, dass die FPÖ auch nur einen Sympathisanten verliert, falls die Zuwandererkinder bei PISA so gut wie die Einheimischen abschneiden? Oder dass bei einer Reduktion der Ausländerkriminalität um 20% sich irgendwas ändert?

Letztendlich geht es um eine Abstimmung über Bauchgefühle. Und da sind die Rechten ganz besonders bei der Jugend vorn.

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