Atomkraft - ein gefährliches Spiel mit dem Feuer!

Am vergangenen Sonntag musste in den Niederlanden aus Sicherheitsgründen ein Reaktor abgeschaltet werden.
Ein Beispiel von vielen aus den letzten Wochen. Bei Zwischenfällen in Atomkraftwerken war die Vorgangsweise leider meist dieselbe: Zuerst wird verschwiegen und dann verharmlost.
In Spanien wurde vor einer Woche ein Fall bekannt, wonach die Verantwortlichen einen Zwischenfall im November 2007 in einem Atomkraftwerk im Nordosten des Landes sechs Monate (!) nicht gemeldet und „gravierende Fehler“ gemacht haben. Den Betreibern droht eine Rekordstrafe von bis zu 22,5 Millionen Euro.
Letzte Woche gab es einen weiteren Zwischenfall: Nach dem Ausbruch eines Feuers im Atomkraftwerk Vandellos II in Katalonien wurde der Reaktor vorübergehend abgeschaltet. Das Atomkraftwerk wurde 1980 gebaut und hat noch zwei Jahre Laufzeit. Laut Greenpeace ist das Feuer ausgebrochen, weil ausgetretener Wasserstoff durch Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft „explodiert“ ist.
Besonders arg ist die Information nach Zwischenfällen in Frankreich, wo es eine ganze Serie problematischer Störfälle gab. In der Nacht auf Samstag wurde bekannt, dass in der Brennstäbefabrik Pierrelatte Uran ausgetreten ist. Die Fabrik gehört zum AKW Tricastin, wo allein diesen Sommer schon mindestens vier Zwischenfälle passiert sind. Die Gesamtzahl der Pannen seit Anfang Juli liegt allein in Frankreich bei sieben!
Eine Chronologie der Zwischenfälle gibt es beim ORF: http://orf.at/080823-28739/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F080823-28739%2F28740txt_story.html
Mittlerweile gibt es aus Spanien Berichte über einen neuerlichen Zwischenfall in einem Atomkraftwerk, diesmal nahe der nordspanischen Stadt Burgos. Der Reaktor schaltete sich automatisch ab, während Instandhaltungsarbeiten von Elektroleitungen außerhalb des Werks vorgenommen wurden.
Immerhin hat die spanische Regierung des Sozialdemokraten José Zapatero – im Gegensatz zur französischen - schon zu Beginn ihrer Amtszeit die einzig richtige Schlussfolgerung getroffen: Alle sechs Atomkraftwerke des Landes, die etwa ein Viertel des spanischen Strombedarfs decken, werden nach dem Ende ihrer Betriebszeit abgeschaltet: Spanien plant den Ausstieg, denn Atomkraftwerke gleichen einem Spiel mit dem Feuer!
Alimentarius (Gast) - 1. Sep, 08:48

Feuer - Gedanken eines "Unbedarften"

Mit Feuer haben wir inzwischen gelernt umzugehen. Brände kommen auch in der Natur immer wieder vor und es entsteht nach Steppenbränden neues Leben.

Bei der Nutzung der Atomenergie wird aber sogar beim störungsfreien Normalbetrieb ständig Strahlung an die Umwelt abgegeben. Dies lässt sich in der "Produktionskette", angefangen von der Urangewinnung, bei der Herstellung von Brennstäben, über die Nutzung im Atommeiler, der Wiederaufarbeitung bis zum Transport in die Zwischenlager (Endlager gibt es keine) nicht vermeiden.

Auch geringste Verstrahlung verliert sich nicht einfach, sondern kumuliert sich in unserer Nahrungskette. Auch werden Luftschadstoffe durch ionisierende Strahlung noch wesentlich aggressiver und für alle Pflanzen, Tiere und Menschen gefährlicher.

Es gibt keine harmlose Strahlendosis. Wer immer Strahlengrenzwerte festsetzt handelt nicht nur kurzsichtig, sondern kriminell.

Eine gesetzliche Versicherungspflicht mit voller Deckung nur für die materiellen Schäden, würde den Atomstrom heute schon zur teuersten Energieform machen.

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