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7. Februar 2013

Bücherverbrennung 1933: „Verbrannte Orte“

Buecherverbrennung_StudentenAm 10. Mai 1933 fanden im nationalsozialistischen Deutschland Bücherverbrennungen statt. Die „Aktion wider den undeutschen Geist“ wurde von der Deutschen Studentenschaft organisiert, in 22 Universitätsstädten wurden zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern konfisziert und verbrannt.
Heute tanzen in Österreich die Nachfolger dieser Studenten übrigens in der Hofburg ihren Rechtswalzer - organisatorisch unterstützt von der FPÖ.
Das Projekt „Verbrannte Orte“ will sich in einer sehr speziellen Form mit dem Thema auseinandersetzen. Es geht darum, einen interaktiven Online-Atlas zu den Bücherverbrennungen im Jahr 1933 zu erstellen. Mit dem Atlas will der Reportage- und Theaterfotograf Jan Schenck gegen das Vergessen arbeiten, welches diese Orte aus unseren Köpfen verschwinden lässt.
Schenck braucht Unterstützung und startet daher eine Crowdfundingkampagne für sein Fotoprojekt.
Gerne unterstütze ich das. Hier seine Projektbeschreibung:
„Schon drei Monat nach ihrer Machtübernahme, begannen die Nationalsozialisten mit der Ausübung von Einschüchterungspraktiken. Ein Höhepunkt bildete die Erstellung der Liste des undeutschen Geistes. 131 Autoren befanden sich auf dieser Liste. Bücher dieser Autoren wurden am 10. Mai 1933 auf öffentlichen Plätzen, in mehr als 20 Städten, verbrannt. Neben der systematischen und organisierten Verbrennung gab es an vielen weiteren Orten Bücherverbrennungen, welche von lokalen Akteuren organisiert wurden.
An kaum einem Ort gibt es heute eine sichtbare Erinnerung. Aus diesem Anlass habe ich mir zum Ziel gesetzt, diese Orte zu dokumentieren und mit geschichtlichen Erläuterungen und Erinnerungen von ZeitzeugInnen darzustellen. Wie sehen diese Orte 80 Jahre nach den Bücherverbrennungen aus? Was passiert dort heute und betrachten wir diese Orte anders wenn wir wissen, was dort passiert ist?
Auf der Internetseite verbrannte-orte.de soll im Laufe der Zeit ein Atlas entstehen. Interaktive Panoramen ermöglichen dem Besucher, sich den „Verbrannten Orten“ zu nähern. Großformataufnahmen rücken ausgewählte Perspektiven ins Blickfeld und Texte bieten eine inhaltliche Auseinandersetzung.
Wie ihr das Projekt unterstützen könnt?
Zuallererst natürlich mit eurem finanziellem Beitrag zur Crowdfunding Kampagne. Ich kann das Projekt nur starten, wenn die Kampagne erfolgreich ist. Außerdem könnt ihr mir mit Materialien, Erinnerungen und ZeitzeugInnenberichten zu den Bücherverbrennungen helfen.
Um das Projekt bei Krautreporter zu unterstützen müsst ihr euch dort anmelden. Dies dient dazu damit ihr bei Nichterreichen meines Projektziels, dass Geld zurück verlangen könnt oder auch einem anderen Projekt zu kommen lassen könnt.“

Trackback URL:
http://haraldwalser.twoday.net/stories/235551803/modTrackback

Kommentare
Mag. Renė Suchy (Gast) - 8. Feb, 12:09

Auf die richtigen Schlüsse kommt es an!

Beschäftigung mit der Geschichte ist gut und wichtig. Aber noch wichtiger ist es, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Die Nachfolger jenes gewaltbereiten Mobs, der 1938 die Straßen beherrschte, sind weder die vonden Nazis aufgelösten Burschenschaften, noch die kultivierten und friedlichen Gäste des Akademikerballs, sondern viel mehr die haßerfüllten Randalierer, die Besucher einer Tanzveranstaltung beleidigten, bespuckten, mit Farbbeuteln bewarfen oder auf sie einprügelten. Wer für diesen, die Demonstrationsfreiheit mißbrauchenden Mob Verständnis zeigt, oder ihn gar verteidigt, stellt Grundwerte unserer Demokratie in Frage.

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