ÖVP fordert mehr und größere Moscheen!
Stimmt natürlich nicht. In Deutschland hingegen kann ein konservativer Landeshauptmann (Ministerpräsident) so etwas fordern: Im Stadtteil Marxloh der Stahl- und Kohlestadt Duisburg wurde vor zehn Tagen die größte Moschee Deutschlands eröffnet - im Gegensatz zum bürgerlicheren Köln ohne ein Wort der Kritik.
Reichlich absurd wirkt eine Facette dieses Vorgangs: Die Rohbauarbeiten der Moschee wurden von einer reichlich seltsamen Firma durchgeführt, dem Solinger Bauunternehmen Günther Kissel. Kissel ist Holocaustleugner und Mitglied der Anti-Islamischen und fremdenfeindlichen Partei "proNRW". Er vertritt offen rechtsradikales und antisemitisches Gedankengut und leistet Spenden an rechte Parteien wie die NPD. Wer gibt so einem Herrn einen derartigen Auftrag? Warum nimmt so ein Herr einen derartigen Auftrag an? Moral und Grundsätze scheinen da keine Rolle zu spielen.
Diese Vorgänge sind erstaunlich, das Ergebnis aber sehr positiv. Vielleicht war das gar ein Grund, dass der Bau so problemlos über die Bühne gegangen ist? Die Medien sprechen jedenfalls vom "Wunder von Marxloh".
Für uns im Ländle ist etwas anderes noch bemerkenswerter. Bei der Einweihung kommt es zu beeindruckenden Reden: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers von der CDU forderte angesichts von knapp einer Million in Nordrhein-Westfalen lebender Muslime mehr (!) Moscheen. Diese Gotteshäuser dürften nicht in den Hinterhöfen entstehen, sondern müssten sichtbar und erkennbar sein.
Die Duisburger Moschee hat 1200 Gebetsplätzen und 2500 Quadratmetern Fläche. Und sie hat all das, was die Landes-ÖVP im Schlepptau der FPÖ zu verhindern versucht: Sie ist bewusst in traditionell-osmanischer Architektur mit Anklängen an die berühmte Hagia Sofia in Istanbul gebaut und somit ein selbstbewusstes Zeichen türkisch-muslimischer Kultur und Identität.
Selbstbewusstsein hat nichts mit Aggressivität zu tun: Jahre vor Baubeginn wurde damit begonnen, die Unterstützung von Kirchen und Nachbarn zu bekommen. Es wurde hart gestritten (der Muezzin-Ruf wurde beispielsweise nicht durchgesetzt). Heute ist die Moschee eine Begegnungs- und Schulungsstätte mit Sprach- und Integrationskursen für türkische Frauen und Einladungen für deutsche SchülerInnen. Hat jetzt vielleicht sogar der Baumeister Kissel seine Freude damit?
"Das ist unsere Moschee", meinte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (ebenfalls CDU) bei der Eröffnung. Schöne Grüße an die ÖVP und Landeshauptmann Sausgruber!
Reichlich absurd wirkt eine Facette dieses Vorgangs: Die Rohbauarbeiten der Moschee wurden von einer reichlich seltsamen Firma durchgeführt, dem Solinger Bauunternehmen Günther Kissel. Kissel ist Holocaustleugner und Mitglied der Anti-Islamischen und fremdenfeindlichen Partei "proNRW". Er vertritt offen rechtsradikales und antisemitisches Gedankengut und leistet Spenden an rechte Parteien wie die NPD. Wer gibt so einem Herrn einen derartigen Auftrag? Warum nimmt so ein Herr einen derartigen Auftrag an? Moral und Grundsätze scheinen da keine Rolle zu spielen.
Diese Vorgänge sind erstaunlich, das Ergebnis aber sehr positiv. Vielleicht war das gar ein Grund, dass der Bau so problemlos über die Bühne gegangen ist? Die Medien sprechen jedenfalls vom "Wunder von Marxloh".
Für uns im Ländle ist etwas anderes noch bemerkenswerter. Bei der Einweihung kommt es zu beeindruckenden Reden: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers von der CDU forderte angesichts von knapp einer Million in Nordrhein-Westfalen lebender Muslime mehr (!) Moscheen. Diese Gotteshäuser dürften nicht in den Hinterhöfen entstehen, sondern müssten sichtbar und erkennbar sein.
Die Duisburger Moschee hat 1200 Gebetsplätzen und 2500 Quadratmetern Fläche. Und sie hat all das, was die Landes-ÖVP im Schlepptau der FPÖ zu verhindern versucht: Sie ist bewusst in traditionell-osmanischer Architektur mit Anklängen an die berühmte Hagia Sofia in Istanbul gebaut und somit ein selbstbewusstes Zeichen türkisch-muslimischer Kultur und Identität.
Selbstbewusstsein hat nichts mit Aggressivität zu tun: Jahre vor Baubeginn wurde damit begonnen, die Unterstützung von Kirchen und Nachbarn zu bekommen. Es wurde hart gestritten (der Muezzin-Ruf wurde beispielsweise nicht durchgesetzt). Heute ist die Moschee eine Begegnungs- und Schulungsstätte mit Sprach- und Integrationskursen für türkische Frauen und Einladungen für deutsche SchülerInnen. Hat jetzt vielleicht sogar der Baumeister Kissel seine Freude damit?
"Das ist unsere Moschee", meinte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (ebenfalls CDU) bei der Eröffnung. Schöne Grüße an die ÖVP und Landeshauptmann Sausgruber!
harald.walser - 6. Nov, 00:45