Zur Erinnerung: Wir haben heute unseren Nationalfeiertag!
Kaum jemand weiß, warum der 26. Oktober unser Nationalfeiertag ist. Ein kurzer Rückblick: Nach der NS-Diktatur hatte Österreich bis 1955 keinen offiziellen Staatsfeiertag. Zur Diskussion stand lange die Wiedererrichtung der 2. Republik oder ein „Tag der Befreiung“ vom Nationalsozialismus, doch nach anfänglich enthusiastischen Feierlichkeiten verlor diese Idee angesichts der lange dauernden Besatzung unseres Landes durch die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges an Akzeptanz in der Bevölkerung.
Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 wurde zuerst der 25. und dann zehn Jahre lang der 26. Oktober als „Tag der Fahne“ begangen, weil an diesem Tag im Jahr 1955 der österreichische Nationalrat das Gesetz über die „immerwährende Neutralität“ beschlossen hat. Erst als Mitte der Sechzigerjahre Antisemitismus und rechtsextremistische Strömungen wieder stärker wurden, wollten Regierung und Parlament ein Zeichen setzen und als deutliches Signal gegen den Deutschnationalismus bewusst einen „National-“ und nicht nur einen „Staatsfeiertag“ festlegen: In ausdrücklicher Erinnerung an das Neutralitätsgesetz entschied man sich für den 26. Oktober.
Und heute? Der Nationalfeiertag ist weitgehend sinnentleert. Umfragen belegen, dass große Teile der Bevölkerung gar nicht wissen, was an diesem Tag eigentlich gefeiert wird. Unser Staat ist nicht eben gesegnet mit identitätsstiftenden Ereignissen der jüngsten Vergangenheit, die über alle weltanschaulichen Lager hinweg zum Anlass für Feierlichkeiten genommen werden können.
Übermorgen soll mit Martin Graf das Mitglied einer rechtsextremen Organisation zum 3. Nationalratspräsidenten gewählt werden. Das ist eines der Ergebnisse unseres schlampigen Umgangs mit der Vergangenheit - speziell der „braunen“. Eine Grundsatzdiskussion über die gemeinsamen Werte dieser Republik würde uns gut tun!
Oder sollen wir auf die vielleicht schmerzliche Diskussion verzichten, unserem Ruf als Operettenstaat gerecht werden und es gleich so machen wie die Bad Ischler? Die feiern am 18. August noch immer den Staatsfeiertag der untergegangenen Monarchie und den Geburtstag des ehemaligen Kaisers Franz-Joseph – und machen diesen Tag zu einer lukrativen folkloristischen Touristenattraktion!
Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 wurde zuerst der 25. und dann zehn Jahre lang der 26. Oktober als „Tag der Fahne“ begangen, weil an diesem Tag im Jahr 1955 der österreichische Nationalrat das Gesetz über die „immerwährende Neutralität“ beschlossen hat. Erst als Mitte der Sechzigerjahre Antisemitismus und rechtsextremistische Strömungen wieder stärker wurden, wollten Regierung und Parlament ein Zeichen setzen und als deutliches Signal gegen den Deutschnationalismus bewusst einen „National-“ und nicht nur einen „Staatsfeiertag“ festlegen: In ausdrücklicher Erinnerung an das Neutralitätsgesetz entschied man sich für den 26. Oktober.
Und heute? Der Nationalfeiertag ist weitgehend sinnentleert. Umfragen belegen, dass große Teile der Bevölkerung gar nicht wissen, was an diesem Tag eigentlich gefeiert wird. Unser Staat ist nicht eben gesegnet mit identitätsstiftenden Ereignissen der jüngsten Vergangenheit, die über alle weltanschaulichen Lager hinweg zum Anlass für Feierlichkeiten genommen werden können.
Übermorgen soll mit Martin Graf das Mitglied einer rechtsextremen Organisation zum 3. Nationalratspräsidenten gewählt werden. Das ist eines der Ergebnisse unseres schlampigen Umgangs mit der Vergangenheit - speziell der „braunen“. Eine Grundsatzdiskussion über die gemeinsamen Werte dieser Republik würde uns gut tun!
Oder sollen wir auf die vielleicht schmerzliche Diskussion verzichten, unserem Ruf als Operettenstaat gerecht werden und es gleich so machen wie die Bad Ischler? Die feiern am 18. August noch immer den Staatsfeiertag der untergegangenen Monarchie und den Geburtstag des ehemaligen Kaisers Franz-Joseph – und machen diesen Tag zu einer lukrativen folkloristischen Touristenattraktion!
harald.walser - 26. Okt, 00:59