Bildung - eine Riesenbaustelle!
Es ist eine wirklich große Aufgabe, die mir heute vom Grünen Parlamentsklub übertragen wurde - und eine Riesenherausforderung! Bildungssprecher der Grünen zu sein, macht mich im ersten Moment etwas unsicher. Immerhin sind wir ja - aus meiner Sicht - die "Bildungspartei" schlechthin, haben tolle Konzepte und gleichzeitig sehr, sehr kritische WählerInnen. Ich hoffe, ich kann dem Vertrauensvorschuss meiner KollegInnen im Klub gerecht werden.
Es reizt mich natürlich, ein paar grundsätzliche Worte zu verlieren:
Wir benötigen dringend eine Schulreform, die diesen Namen auch verdient: Österreichs Schulsystem ist teuer und ineffizient. Die frühe Trennung der SchülerInnen mit zehn Jahren schwächt die schwächeren SchülerInnen und hilft den stärkeren nicht. Länder wie Finnland mit seiner Gesamtschule zeigen es vor: Dort gibt es weniger SchulversagerInnen und mehr Spitzenleistungen. Wir dürfen es aber nicht bei der plakativen Forderung nach der Gesamtschule belassen. Eine sinnvolle und erfolgreiche Schulreform muss bei den gesellschaftlichen Zielen, den Bedürfnissen der SchülerInnen, den Systemanforderungen und bei den LehrerInnen ansetzen. Gesellschaftliches Ziel von Schule und Bildung muss es sein, möglichst viele Jugendliche möglichst gut auszubilden, um Schullaufbahnverluste, Schulabbrüche, Ausbildungswechsel und Bildungsverweigerung zu vermeiden. Da müsste eine "Koalition der Vernünftigen" mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden möglich sein, denn unser Staat braucht hochqualifizierte Arbeitskräfte mit Weiterbildungswillen.
Bildung geht aber deutlich über Ausbildung hinaus: Schule muss Werte vermitteln: Demokratie, Toleranz, Kooperation, Gleichberechtigung. Schule muss Interessen fördern - an Kultur, Gesellschaft, Politik etc. Schule muss einen Ausgleich für gesellschaftliche Benachteiligung zumindest versuchen. Die Systemanforderungen und die berechtigten Wünsche von SchülerInnen und Eltern sind ein sozial gerechtes Schulsystem, das individuelle Förderung erlaubt und Chancen gerecht vergibt. Für die LehrerInnen in einem solchen System bedeutet das eine grundlegend andere Ausbildung hin zu Bildungscoaches und ein Dienstrecht, das Leistungsanreize schafft sowie eine Arbeitsumgebung, die es den LehrerInnen ermöglicht ,ihre Arbeit in der Schule zu erledigen. Schulen müssen also auch eine entsprechende Infrastruktur anbieten und zeitliche Freiräume für die Vernetzung der LehrerInnen in Teams bereitstellen.
Natürlich wird das alles viel Geld kosten. Die "ideale Schule" ist nicht zum Nulltarif zu haben. In Österreich wird bereits jetzt sehr viel Geld in die Schulen investiert. Doch kommt diese Geld derzeit im internationalen Vergleich zuwenig bei den SchülerInnen an und versickert in einer ineffizienten Verwaltung mit Doppelgleisigkeiten, Kompetenzüberschneidungen und proporzmäßig besetzten Kommissionen und Kollegien. Es geht also darum, das vorhandene Geld zielgerichtet einzusetzen und mehr in pädagogisches Personal als in die Verwaltung zu investieren.
Das Bildungsthema ist die Herausforderung für die Zukunft - und derzeit eine Riesenbaustelle. Mich erwartet viel Arbeit. Ich freue mich darauf!
Es reizt mich natürlich, ein paar grundsätzliche Worte zu verlieren:
Wir benötigen dringend eine Schulreform, die diesen Namen auch verdient: Österreichs Schulsystem ist teuer und ineffizient. Die frühe Trennung der SchülerInnen mit zehn Jahren schwächt die schwächeren SchülerInnen und hilft den stärkeren nicht. Länder wie Finnland mit seiner Gesamtschule zeigen es vor: Dort gibt es weniger SchulversagerInnen und mehr Spitzenleistungen. Wir dürfen es aber nicht bei der plakativen Forderung nach der Gesamtschule belassen. Eine sinnvolle und erfolgreiche Schulreform muss bei den gesellschaftlichen Zielen, den Bedürfnissen der SchülerInnen, den Systemanforderungen und bei den LehrerInnen ansetzen. Gesellschaftliches Ziel von Schule und Bildung muss es sein, möglichst viele Jugendliche möglichst gut auszubilden, um Schullaufbahnverluste, Schulabbrüche, Ausbildungswechsel und Bildungsverweigerung zu vermeiden. Da müsste eine "Koalition der Vernünftigen" mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden möglich sein, denn unser Staat braucht hochqualifizierte Arbeitskräfte mit Weiterbildungswillen.
Bildung geht aber deutlich über Ausbildung hinaus: Schule muss Werte vermitteln: Demokratie, Toleranz, Kooperation, Gleichberechtigung. Schule muss Interessen fördern - an Kultur, Gesellschaft, Politik etc. Schule muss einen Ausgleich für gesellschaftliche Benachteiligung zumindest versuchen. Die Systemanforderungen und die berechtigten Wünsche von SchülerInnen und Eltern sind ein sozial gerechtes Schulsystem, das individuelle Förderung erlaubt und Chancen gerecht vergibt. Für die LehrerInnen in einem solchen System bedeutet das eine grundlegend andere Ausbildung hin zu Bildungscoaches und ein Dienstrecht, das Leistungsanreize schafft sowie eine Arbeitsumgebung, die es den LehrerInnen ermöglicht ,ihre Arbeit in der Schule zu erledigen. Schulen müssen also auch eine entsprechende Infrastruktur anbieten und zeitliche Freiräume für die Vernetzung der LehrerInnen in Teams bereitstellen.
Natürlich wird das alles viel Geld kosten. Die "ideale Schule" ist nicht zum Nulltarif zu haben. In Österreich wird bereits jetzt sehr viel Geld in die Schulen investiert. Doch kommt diese Geld derzeit im internationalen Vergleich zuwenig bei den SchülerInnen an und versickert in einer ineffizienten Verwaltung mit Doppelgleisigkeiten, Kompetenzüberschneidungen und proporzmäßig besetzten Kommissionen und Kollegien. Es geht also darum, das vorhandene Geld zielgerichtet einzusetzen und mehr in pädagogisches Personal als in die Verwaltung zu investieren.
Das Bildungsthema ist die Herausforderung für die Zukunft - und derzeit eine Riesenbaustelle. Mich erwartet viel Arbeit. Ich freue mich darauf!
harald.walser - 24. Okt, 18:36