Debakel und Enttäuschung auch für uns Grüne!
Der Schock sitzt tief. Der Sonntag war auch für uns Grüne - wie es Christoph Chorherr in einer lesenswerten Analyse des Ergebnisses auf seinem Blog ausdrückte - ein Debakel, eine Enttäuschung.
Ich möchte nur eines hinzufügen: Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen, weil wir es seit Jahren nicht schaffen, jene Sprache zu sprechen, die außerhalb unserer Stammklientel verstanden wird. Natürlich ist es schwer nachvollziehbar, wie ein Jörg Haider mit seinem BZÖ derartige Erfolge einfahren kann, obwohl er von Anfang an erklärt hat, gar nicht nach Wien gehen zu wollen. Es nutzt aber nichts, darauf nur hinzuweisen. Das typisch Österreichische an diesem Wahlverhalten hat vor über 20 Jahren Josef Haslinger in einer wunderbaren Studie ("Politik der Gefühle") über die politische Situation in unserem Land untersucht. Das ist immer noch gültig: Bei uns fehlt es seit dem Ende des 2. Weltkriegs an der Bereitschaft und der Fähigkeit zu inhaltlich scharfen politischen Auseinandersetzungen. Stimmungslagen sind das Entscheidende und das macht für uns Kinder der Aufklärung die Politik so schwer: Ich habe Haslingers Buch immer als Aufforderung verstanden: Wir müssen den Diskurs führen über unsere Vergangenheit, wir müssen die Gegenwart deutlich analysieren und Lösungen für die Probleme anbieten. In diesen Bereichen waren die Grünen in den letzten Jahren vorbildlich. Was nicht gelungen ist: Wir sind immer noch auf der Suche nach einer Sprache, die außerhalb der akademischen Zirkel verstanden wird. Eine große Aufgabe für die nächste Zeit!
Übrigens: herzlichen Dank für die vielen - größtenteils sehr aufmunternden - Postings auf meinen gestrigen Eintrag. Ich sehe das durchaus als "Rucksack", den ich mit nach Wien zu tragen habe!
Ich möchte nur eines hinzufügen: Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen, weil wir es seit Jahren nicht schaffen, jene Sprache zu sprechen, die außerhalb unserer Stammklientel verstanden wird. Natürlich ist es schwer nachvollziehbar, wie ein Jörg Haider mit seinem BZÖ derartige Erfolge einfahren kann, obwohl er von Anfang an erklärt hat, gar nicht nach Wien gehen zu wollen. Es nutzt aber nichts, darauf nur hinzuweisen. Das typisch Österreichische an diesem Wahlverhalten hat vor über 20 Jahren Josef Haslinger in einer wunderbaren Studie ("Politik der Gefühle") über die politische Situation in unserem Land untersucht. Das ist immer noch gültig: Bei uns fehlt es seit dem Ende des 2. Weltkriegs an der Bereitschaft und der Fähigkeit zu inhaltlich scharfen politischen Auseinandersetzungen. Stimmungslagen sind das Entscheidende und das macht für uns Kinder der Aufklärung die Politik so schwer: Ich habe Haslingers Buch immer als Aufforderung verstanden: Wir müssen den Diskurs führen über unsere Vergangenheit, wir müssen die Gegenwart deutlich analysieren und Lösungen für die Probleme anbieten. In diesen Bereichen waren die Grünen in den letzten Jahren vorbildlich. Was nicht gelungen ist: Wir sind immer noch auf der Suche nach einer Sprache, die außerhalb der akademischen Zirkel verstanden wird. Eine große Aufgabe für die nächste Zeit!
Übrigens: herzlichen Dank für die vielen - größtenteils sehr aufmunternden - Postings auf meinen gestrigen Eintrag. Ich sehe das durchaus als "Rucksack", den ich mit nach Wien zu tragen habe!
harald.walser - 29. Sep, 20:40